Swiss granum-Versuche: Ergebnisse 2015 bleiben hinter 2014 zurück - Peter Graf Landtechnik

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Swiss granum-Versuche: Ergebnisse 2015 bleiben hinter 2014 zurück

Erschienen am 26.08.15 11:40

Bern - Die Erträge der Winterweizensorten in den swiss granum-Versuchen 2015 sind tiefer als diejenigen von 2014. Die Hektolitergewichte sind dieses Jahr sehr hoch, mehrere Sorten erzielen 85 kg/hl.

Die Proteingehalte sind deutlich höher als diejenigen von 2014. Die Ergebnisse dienen ausschliesslich zur Beurteilung der Sortenversuche und sind keine Beurteilung der Weizenerntequalität in der Schweiz.

Das Jahr 2015 war im Grossen und Ganzen gut. Die Aussaaten verliefen ohne grosse Schwierigkeiten. Die Trockenheit und die Hitzewellen vom Juli haben eine frühe Ernte unter sehr gute Bedingungen ermöglicht. Die feuchten und milden Bedingungen diesen Frühling gefolgt von einer Hitzeperiode haben jedoch die Entwicklung der Krankheiten gefördert und zum Teil einen hohen Krankheitsdruck bewirkt.

Die im Jahr 2014 auf Gelbrost anfälligen Sorten haben dieses Jahr ihre Schwäche gegenüber dieser Krankheit bestätigt. Mit der Hitze Ende des Zyklus zeigte sich Braunrost manchmal sehr virulent. Das Proteingehalt ist dieses Jahr besser als 2014. Die nachstehenden Ergebnisse dienen ausschliesslich zur Beurteilung der Sorten in den swiss granum-Versuchen für die Liste der empfohlenen Sorten (LES) und sind keine Beurteilung der Weizenerntequalität in der Schweiz.

Ergebnisse von 2014 und 2015

Die Abbildung 1 fasst die Resultate der letzten beiden Jahre zusammen. Der Durchschnitt der Erträge in den Versuchen 2015 unter ÖLN-Bedingungen ist mit 79,0 dt/ha leicht tiefer als derjenige von 2014 (85,6 dt/ha). CH Claro und CH Camedo bleiben die produktivsten Sorten der Klasse TOP mit 82,7 dt/ha bzw. 79,6 dt/ha im Durchschnitt der beiden letzten Jahre. Molinera und Lorenzo, qualitativ sehr interessante Sorte der Klasse TOP, weisen tiefere Erträge auf (74,6 dt/ha und 72,0 dt/ha).

CH Nara (TOP) wurde von 2012 bis 2014 im Versuchsnetz swiss granum nicht getestet. Ihr zweijähriger Durchschnitt, berechnet mit den Jahren 2015 und 2011, liegt bei 72,0 dt/ha. Arnold, neue österreichische und begrannte Sorte der Klasse TOP auf der LES, erzielt einen überzeugenden Ertrag mit 79,1 dt/ha im Durchschnitt der beiden letzten Jahre.

In der Klasse I ist Chaumont zum zweiten Jahr infolge die beste Sorte mit einem durchschnittlichen Ertrag von 86,0 dt/ha. Simano (I) erreicht gute Resultate mit einem durchschnittlichen Ertrag von 83,9 dt/ha. Sie wird gefolgt von Hanswin mit 82,2 dt/ha, der neuen Schweizer Sorte der Klasse I auf der LES. Magno (II) erzielt die besten Erträge in den Versuchen mit einem Durchschnitt von 89,8 dt/ha.

Im Extenso-Anbau erreicht CH Camedo die besten Erträge der Klasse TOP mit 67,8 dt/ha im Durchschnitt der beiden letzten Jahre. Chaumont (I) erzielt einen Durchschnitt von 73,6 dt/ha und Simano (I) von 73,0 dt/ha.

Die Hektolitergewichte 2015 sind sehr hoch. Im ÖLN-Anbau liegt der Durchschnitt bei 83,4 kg/hl, das heisst 4,6 kg/hl höher als im Jahr 2014 (78,8 kg/hl). Im Extenso-Anbau beobachtet man ebenfalls sehr gute Resultate mit einem Durchschnitt 2015 von 82,1 kg/hl. Im Jahr 2014 lag er bei 77,6 kg/hl.

Die Beschreibung der Krankheitsresistenz basiert ausschliesslich auf Beobachtungen im Extenso-Netz. Der Gelbrostdruck war 2015 insgesamt ähnlich wie letztes Jahr. Die anfälligen Sorten wie CH Claro (TOP), Forel (I) oder Chaumont (I) haben ihre Schwäche bestätigt. Der Braunrost zeigte sich dieses Jahr bei allen getesteten Sorten ziemlich virulent, gefördert durch warme Temperaturen am Ende des Zyklus.

Insbesondere Forel (I) ist darauf anfällig. Mehltau und Septoria war allgemein weniger präsent als im Jahr 2014. Lorenzo (TOP), bekannte Sorte für ihre Robustheit gegenüber Krankheiten, scheint eher gegenüber Mehltau anfällig zu sein. Die anderen Sorten sind weniger stark gegenüber Mehltau betroffen. CH Claro (TOP) ist anfällig gegenüber Septoria. Die anderen Sorten waren davon betroffen jedoch ohne deutliche Unterschiede untereinander.

Die Proteingehalte 2015 sind deutlich höher als diejenigen von 2014. Der Durchschnitt 2015 im ÖLN-Anbau liegt bei 14,6%. Im Jahr 2014 lag er bei 12,8%. Im Extenso-Anbau liegt der Durchschnitt 2015 bei 13,9%, das heisst 1,6% höher als im Jahr 2014 (12,3%). Im ÖLN-Anbau bestätigen Molinera und Lorenzo (Top) ihre sehr hohen Proteingehalte mit 15,1% bzw. 15,4%.

CH Nara (TOP) erreicht einen Durchschnitt von 15,3%, basierend auf den Resultaten von 2015 und 2011. Arnold (TOP) weist ebenfalls einen interessanten Proteingehalt mit einem zweijährigen Durchschnitt von 14,7% auf. Die Sorten der Klasse I Simano, Hanswin und Chaumont erzielen ähnliche Resultate mit 13,9%, 13,4% bzw. 13,2%. Magno (II) und Cambrena (Biskuit) erreichen den tiefsten Proteingehalt mit einem Durchschnitt von 12,4%.

Im Extenso-Anbau findet man die gleichen Sorten. Lorenzo und Molinera (TOP) an der Spitze des Klassements mit durchschnittlichen Proteingehalten von 14,8% und 14,4%. CH Nara (TOP) erzielt im Extenso-Anbau einen Proteingehalt von 14,5% (Jahre 2011 und 2015).

Ertragsstabilität im ÖLN-Anbau zwischen 2010 und 2015

Die Erträge der sechs, seit 6 Jahren im ÖLN-Anbau getesteten Sorten, sind in der Abbildung 2 dargestellt. Die besten Erträge wurden im Jahr 2011 erzielt. Das Jahr 2015 zeichnet sich durch gute Erträge, nah an diejenige von 2011. Die sechs Sorten sind ziemlich stabil im Bereich Ertrag. Einige wie Levis (II) oder Forel (I) haben im Jahr 2014 sehr hohe Erträge, unterscheiden sich aber diesbezüglich weniger in den 5 anderen Jahren. Arina (I) ist die konstanteste Sorte, jedoch auf einem tieferen Niveau als die anderen Sorten.

Diese ersten Resultate geben eine Übersicht über die agronomische Leistung der Sorten in den Anbauversuchen von swiss granum. Die vollständigen Qualitätsergebnisse dieser Sorten werden an der Qualitätstagung von swiss granum am Donnerstag, 26. November 2015 in Bern präsentiert. (swiss-granum) 

Quelle: proplanta:  http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Pflanze/Swiss-granum-Versuche-Ergebnisse-2015-bleiben-hinter-2014-zurueck_article1440540534.html